Depression
und Suizidalität

Depression und Suizidalität

Depression und Suizidalität- Fortbildung Sexualtherapie
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Fortbildung Sexualtherapie

1. Wochenende
Depression und Suizidalität

Depression und sexuelle Störungen

Depressive Erkrankungen gehören zu den häufigsten Gründen, warum Menschen eine psychotherapeutische Praxis aufsuchen. Das gilt auch für jede sexualtherapeutische Praxis. Oft bleibt eine depressive Erkrankung unerkannt, weil TherapeutInnen sich sofort der inhaltlichen Arbeit an der sexuellen Thematik zuwenden. Wenn aber die Depression die eigentliche Ursache der sexuellen Störung ist, kann so keine Symptomverbesserung entstehen- und das Ausbleiben des therapeutischen Fortschritts ist für KlientIn wie für TherapeutIn gleichermaßen eine frustrierende Erfahrung.

Es ist also für eine/n Sexualtherapeuten/in extrem wichtig, depressive Symptome anhand der gängigen klinischen Screening-Verfahren (z.B. BDI- Becksches DepressionsInventar) korrekt einordnen zu können und genau zu wissen, wann konservative Methoden der Verhaltenstherapie (z.B. Ressourcenaktivierung, kognitive Umstrukturierung) angebracht sind und wann eine Medikation, etwa mit SSRIs, angezeigt ist und welche Informationen der Arzt dafür von therapeutischer Seite benötigt.

Dabei kommt es genauso häufig vor, dass der Klient persönlich unter einer depressiven Symptomatik leidet wie auch, dass der jeweilige Partner bzw. die jeweilige Partnerin von der Erkrankung betroffen ist und die Klientin bzw. der Klient selbst damit nicht länger zurande kommt.

 

Häufig sind sexuelle Störungen wie z.B. Erektionsstörungen beim Mann oder Libidoverlust bei der Frau Nebensymptom einer depressiven Erkrankung. Depressive Symptome können aber auch von körperlichen Krankheiten wie z.B. einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), herrühren. Hier ist es wichtig, die Symptomatik genau zu kennen und zu wissen, wann eine medikamentöse Einstellung durch einen Facharzt für Psychiatrie erforderlich ist.

Das größte Risiko einer depressiven Erkrankung ist Suizidalität. Von den über 10000 Suizid-Toten in Deutschland haben mehr als die Hälfte in den 6 Monaten vor ihrem Tod einen Arzt oder Therapeuten aufgesucht: allein das zeigt die hohe professionelle Verantwortung, mit diesem Risiko richtig umzugehen.

Lernziele

  • Diagnostische Kenntnisse und Instrumentarien zur Beurteilung depressiver Symptome
  • Erstellung und Auswertung des BDI (Becksches DepressionsInventar
  • Abgrenzung Depression und Dysthymie
  • Sonderformen einer depressiven Episode beurteilen können
  • Zusammenhänge zwischen Depression und Sexualität verstehen
  • Erkennen der Notwendigkeit ärztlicher Behandlung (Wissen um die eigenen therapeutischen Grenzen)
  • psychotherapeutische Testverfahren und Behandlungsmethoden
  • Fragetechniken zur Erkennung von Suizidalität
  • Umgang mit suizidgefährdeten KlientInnen

Praktische Übungen

Wie bei allen Kurswochenenden geht es auch diesmal um die praktische Einübung und Anwendung der theoretischen Inhalte.

Dazu gehört u.a.

  • Übungen in Kleingruppen zum diagnostischen Gespräch
  • Übung in der Erarbeitung verhaltenstherapeutischer Interventionen bei Depression
  • Übung im Umgang mit suizidgefährdeten Patienten und Einleitung notwendiger Maßnahmen
  • Vertiefung praktischer Kenntnisse in der Gesprächstherapie nach Carl Rogers

Fallbeispiele und weitere Informationen

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2. Wochenende: Angst- und Zwangsstörungen